Mitarbeitendenbefragungen als Organisationsentwicklungs-Tool.

Wie kann ich Mitarbeitendenbefragungen und -gespräche kombinieren?

Mitarbeitendenbefragungen als Organisationsentwicklungs-Tool

Wie kann ich Mitarbeitendenbefragungen und -gespräche kombinieren?

Wenn Personen gefragt werden, was das Ziel einer Mitarbeitendenbefragung (MAB) ist, wird die häufigste Antwort höchstwahrscheinlich „die Messung der Zufriedenheit“ sein. Doch, auch wenn das durchaus ein Teil einer Befragung ist, so sollte die Messung nicht allein im Mittelpunkt stehen. Vielmehr sollten Mitarbeitendenbefragungen einem strategischen Ziel dienen und benutzt werden, um die Entwicklung innerhalb einer Organisation anzutreiben.

Zwei Instrumente, die sich ergänzen

Eine Art, wie man eine MAB effektiv in die Organisationsentwicklung einbeziehen kann, ist durch Verknüpfung mit den Mitarbeitendengesprächen (MA-Gespräche). Idealerweise sollten in jedem Unternehmen jährliche, halbjährliche oder sogar noch regelmäßigere MA-Gespräche stattfinden. Im Fokus des MA-Gesprächs steht ein partnerschaftlicher Austausch zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden und es hat immer einen konkreten Sachinhalt und eine Zielsetzung. Absicht dieser Gespräche ist also typischerweise das Setzen von neuen Zielen sowie die Prüfung der Zielerreichung aus der vergangenen Periode. Abhängig von der Unternehmenskultur können auch Themen wie berufliche oder persönliche Weiterentwicklung thematisiert werden.

Wenn nun also vor den MA-Gesprächen eine MAB stattgefunden hat, können sich diese Führungs- und Organisationentwicklungsinstrumente wunderbar gegenseitig ergänzen, indem Themen, die in der MAB zur Sprache kamen, im MA-Gespräch individuell und spezifischer besprochen werden. Es besteht die Möglichkeit, auf Ergebnisse einzugehen und gegebenenfalls nach individuellem Input zu Themen zu fragen, um somit konkrete Schwächen, Stärken, Verbesserungschancen und Handlungsbedarfe zu identifizieren.

Dafür ist es notwendig, im Gesprächsleitfaden der MA-Gespräche Antwortmöglichkeiten für die MAB zu schaffen. Es sollten bspw. bis zu drei Fragen zur MAB gestellt werden: Wie wurde der Prozess insgesamt empfunden? Wie bewertet der Mitarbeitende die Ergebnisse? An welchen Maßnahmen möchte er/sie mitarbeiten, um eine Verbesserung zu erzielen?

Langfristiger Dialog statt kurzen Antworten

Dadurch ergibt sich also, dass eine MAB nicht lediglich die Stimmung der Mitarbeitenden zu gewissen Themen misst, sondern auch als Treiber für Entwicklung fungiert. Die Ergebnisse einer MAB sollten zur Diskussion anregen und einen Dialog hervorrufen. Es geht nicht nur darum, den eigenen Mitarbeitenden zuzuhören, sondern mit ihnen zu reden und, wenn nötig, gemeinsam nach Lösungen und Maßnahmen zu suchen. Und das an möglichst vielen Stellen im Unternehmen.

Die Vorteile im Überblick

Zusammengefasst bietet eine Kombination aus MAB und MA-Gespräch die folgenden Vorteile:

  • Die MAB dient als Leitfaden und gibt dem MA-Gespräch Struktur.
  • Es sollten weniger Pro-forma-Gespräche stattfinden, da eine eindeutige Zielstellung vorliegt.
  • Die Wichtigkeit von angesprochenen Themen wird von den MAB-Ergebnissen unterstützt und muss somit nicht individuell gerechtfertigt werden.
  • Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken sind eindeutig und können gezielt diskutiert werden.
  • Kritik oder Bedenken werden nicht als Einzelfall gesehen, wenn die MAB ähnliche Ergebnisse zeigt.
  • Kurz- und langfristige Ziele können an Ergebnisse der MAB gekoppelt werden.
  • Die Mitarbeitenden werden an den Ergebnissen der MAB beteiligt.
  • Maßnahmen werden gemeinsam mit den Mitarbeitenden erarbeitet.

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Autorenprofil

Bruno Sonnenschein
Bruno Sonnenschein
Junior Project Manager