Wie Engagement und Zufriedenheit in der Berufswelt zusammenwirken

Wir nehmen den aktuellen Gallup-Report unter die Lupe.

Lesedauer: 4 Minuten

Gallup hat die Ergebnisse ihrer fortlaufenden Umfrage „State of the Global Workplace“ zum Mitarbeitendenbefinden veröffentlicht. Es ist die größte ihrer Art und untersucht sowohl die beruflichen als auch die privaten Erfahrungen von Beschäftigten weltweit. Die Zahlen sprechen Bände:  Mehr als 105.000 Arbeitnehmende in 146 Ländern wurden befragt, dazu wurden 17.679 Interviews Europa und davon rund 1.000 in Deutschland geführt.

Die spannenden Erkenntnisse sind Grund genug, mich intensiv damit zu beschäftigen. In meinem Beitrag stelle ich die wichtigsten Ergebnisse für Deutschland vor und ordne diese auch ein.

Eins schon einmal vorab: Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass es noch viel Luft nach oben gibt!

Engagement zu fördern, ist das A und O

Mit Engagement ist die emotionale Bindung der Mitarbeitenden an ein Unternehmen gemeint, sie drückt sich etwa in der Identifikation mit dem Unternehmen aus und geht über die bloße Zufriedenheit hinaus.

Während global gesehen 21 % der Beschäftigten ein hohes Engagement angaben, fällt dieser Wert für Deutschland mit 16 % geringer aus und hat auch im europäischen Vergleich (Rang 21 von 38) noch ein großes Verbesserungspotential. Der positive Einfluss des Engagements auf die Leistung und folglich auf die Produktivität ist inzwischen gut belegt.

Fördern Sie Engagement durch:

  • die Anerkennung von Leistung samt zugehörigem Feedback
  • die Möglichkeit zum Mitgestalten
  • die richtige Balance zwischen Autonomie und Zugehörigkeitsgefühl
  • die Chance zur Weiterentwicklung

Werden diese Bedürfnisse nicht erfüllt, können enttäuschte Mitarbeitende zu aktiv unengagierten werden. Sie schaden ihren Unternehmen, etwa indem sie bewusst untergraben, was motivierte Kolleg:innen erreichen. Laut Gallup konnten im letzten Jahr 16 % der deutschen Beschäftigten dieser Kategorie zugeordnet werden. Stellt man die Unzufriedenheit frühzeitig fest und unternimmt etwas dagegen, können Unmut und Frust vermieden werden.

Die berufliche Zufriedenheit hängt vor allem von den Führungskräften ab

Das Berufsleben samt Engagement wird ebenfalls durch das allgemeine Wohlbefinden einer Person beeinflusst. Laut Report bleibt der Stresslevel weltweit weiterhin auf einem extrem hohen Niveau und erreichte 2021 den bisherigen Höchststand: So empfanden 44 % der weltweit Befragten am Vortag Stress. Deutsche Befragte liegen mit 40 % nur knapp darunter. Auch die Angaben zu Sorgen (28 %) und Ärger (18 %) sind hierzulande zwar leicht unter dem weltweiten Durchschnitt, europaweit befindet sich Deutschland damit jedoch nur im Mittelfeld. Unternehmen können auch hier ansetzen und ihre Mitarbeitenden durch eine gutes und gesundheitsförderliches Arbeitsklima dabei unterstützen, negative Emotionen besser zu bewältigen und so vor allem das Burn-out-Risiko senken.

Als größte Ursache für Sorgen und Stress am Arbeitsplatz gelten laut Gallup:

  • ungerechte Behandlung am Arbeitsplatz
  • unüberschaubare Arbeitsbelastung und unangemessener Zeitdruck
  • unklare Kommunikation und mangelnde Unterstützung

Auf all diese Punkte hat vor allem eine Person Einfluss: die Führungskraft. Die berufliche Zufriedenheit hängt demnach maßgeblich von den Führungsqualitäten der Vorgesetzten ab.

WIE ENGAGEMENT UND ZUFRIEDENHEIT ZUSAMMENWIRKEN

Das berufliche Engagement und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz stehen in einer starken Wechselwirkung zueinander und sollten daher beide mit Aufmerksamkeit bedacht werden. Auch die anfänglich engagiertesten Mitarbeiter:innen brennen irgendwann aus, wenn der Stresslevel dauerhaft hoch bleibt und nicht selten führt dieser Zustand zu Unzufriedenheit und schlussendlich zu Resignation. Sind Arbeitnehmer:innen zwar grundsätzlich mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden (durch nette Kolleg:innen oder ein gutes Gehalt), erfahren jedoch wenig Engagement,  fördernde Wertschätzung und Feedback, wird ihre Leistung sehr wahrscheinlich nicht ihrem Potenzial gerecht.

Über das Zusammenspiel von Engagement und Zufriedenheit

Zusammenspiel-Engagement-Zufriedenheit

Unternehmen haben die Möglichkeit, als herausragende Arbeitgeber herauszustechen und ihre Mitarbeitenden dauerhaft an sich zu binden – wenn sie den Stellenwert des Engagements und der Zufriedenheit ernst nehmen!

Nächste Schritte:

Mitarbeitendenbefragungen sind ein geeignetes Mittel, um herauszufinden, in welchen Bereichen Ihr Unternehmen sich verbessern kann oder wo Konflikte schwelen. Das kann beispielsweise gezielt im Rahmen einer psychologischen Gefährdungsbeurteilung oder mithilfe eines 360°-Feedbacks geschehen, wenn Sie sich besonders auf Ihr Führungsteam konzentrieren möchten.

Wir helfen Ihnen gerne dabei, das richtige Instrument für Sie zu finden!