Netzwerkanalyse

Was uns informelle Mitarbeiter-Netzwerke über die Agilität eines Unternehmens verraten.

Lesedauer: 4 Minuten

Der Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel: Digitalisierung, demographischer Wandel, Fachkräftemangel und weitere Veränderungen erfordern Antworten auf der Seite der Unternehmen. Unabhängig von der Firmengröße sehen wir aktuell in allen Branchen, wie Unternehmen mit agilen Organisationsformen experimentieren. Im Unterschied zu stark hierarchischen Strukturen werden Zusammenarbeit und Rollenverständnis in diesen Ansätzen neu gedacht.

In unseren Gesprächen bemerken wir derzeit eine paradigmatische Wende hin zu sich selbst organisierenden Prozessen sowie zu relationaler Strukturbildung ohne starrem Masterplan.

Wir haben uns somit diese Fragen gestellt: Lassen sich neue Strukturen in der tatsächlichen Zusammenarbeit, sprich das „informelle Netzwerk“, inzwischen per Analyse sichtbar machen? Und welche Schlüsse kann ein Unternehmen aus der Abbildung dieser informellen Beziehungen ziehen?

Netzwerkanalysen eigenen sich dazu, diesen Fragestellungen objektiv nachzugehen und vor allem einen visuellen Eindruck der gelebten Form der Zusammenarbeit in einem Unternehmen zu erhalten. Solche Analysen kommen typischerweise in der Psychologie oder Soziologie zum Einsatz, beispielsweise im Rahmen einer Organisationsberatung oder für Entwicklungsprozesse.

Kann man komplexe Ergebnisse aus einer Netzwerkanalyse einfach visualisieren? Und ob!

Schauen wir uns gemeinsam ein anonymisiertes Beispiel an. Die Darstellung zeigt das Ergebnis einer Netzwerkanalyse für ein recht agiles Unternehmen. Dies lässt sich daran erkennen, dass die Anzahl der Beziehungen zwischen Mitarbeitern, als Punkte dargestellt, pro Mitarbeiter deutlich höher ausfallen. Das engmaschige Netz an Verbindungen macht es in diesem Fall selbst für einen ungeübten Netzwerkanalysten deutlich.

Netzwerkanalyse

Punkte in Netzwerkanalysen können alternativ auch für bestimmte Rollen oder Teams stehen, nicht immer nur für einen konkreten Mitarbeiter. Die Linien verdeutlichen die Intensität der Beziehungen zwischen diesen Punkten, wahlweise die Stärke der Zusammenarbeit, die Intensität des Austausches oder die Einfachheit der Kommunikation. Mit den unterschiedlichen Farben und Größen können wir weitere Eigenschaften visualisieren, zum Beispiel den Stellenwert der Verbindungen oder die Bedeutung einer Instanz innerhalb einer Organisation.

Schön und gut. Doch was will man mit einer Netzwerkanalyse überhaupt untersuchen?

Im Rahmen von Netzwerkanalysen richtet sich unser Augenmerk allerdings nicht bloß auf klassische Netzwerkparameter oder vermeintlich die reine Visualisierung. Wir verfolgen gemeinsam mit unseren Kunden ein klares Ziel, die Analyse ist hierfür das geeignete Werkzeug. Und um dieses anwenden zu können, erfassen wir als Organisationsforscher Zusammenhänge zu diesen drei Aspekten:

  • Rollendefinitionen

    Welches Rollenverständnis liegt in der Organisation zu einem konkreten Mitarbeiter vor?

  • Beziehungsgeflecht

    Wie sieht die tatsächliche Organisationsstruktur eines untersuchten Unternehmens aus?

  • Agilitätszustand

    Wie schätzen Mitarbeiter die vorliegende Agilität der eigenen Organisation ein?

Mit dieser gewonnenen Transparenz wollen wir schlussendlich mehr über die informellen Beziehungen innerhalb einer Organisation lernen und diese zielorientiert weiterentwickeln. Aber was meinen wir eigentlich genau mit informellen Beziehungen? Wir verstehen darunter Beziehungen oder Verbindungen zwischen Mitarbeitern, die nicht durch eine formale Struktur wie einer festgelegten Vorgesetzten-Mitarbeiter-Beziehung vorgegeben sind. Stattdessen bilden wir vielmehr Beziehungen zwischen Mitarbeitern ab, so wie sie im Arbeitsalltag stattfinden. Anders ausgedrückt: So, wie sie im Arbeitsalltag erfahren und gelebt werden.

Verstanden. Bleibt die Frage, in welchem Kontext der Einsatz einer Netzwerkanalyse sinnvoll ist?

Die Beweggründe für den Einsatz einer Netzwerkanalyse können sehr unterschiedlich ausfallen. Bestimmte Situationen oder Konstellationen begegnen uns dabei in Organisationen immer wieder. Am häufigsten wird eine Netzwerkanalyse für diese Zwecke durchgeführt:

  • Als Ausgangspunkt für einen tiefgreifenden Transformationsprozess

  • Als Datenbasis für ein ganzheitliches Change Management

  • Zur Evaluation des aktuell vorherrschenden Beziehungsgeflechts

  • Zum Aufbrechen ungewollter Silos innerhalb Ihrer Organisationsstruktur

  • Zur Bestimmung von Arbeitsnetzwerken für zentrale bzw. dezentrale Entscheidungen

  • Zur Identifikation riskanter „Bottlenecks“ für den Erfolg Ihres Unternehmens

Und wie würde SKOPOS VIEW eine Netzwerkanalyse für mein Unternehmen erstellen?

Erforderliche Informationen und Antworten für eine Netzwerkanalyse können wir effizient per Online-Befragung erheben. Dieses Vorgehen hat sich in Organisationen mit einer großen Anzahl an Mitarbeitern bewährt.

Zugehörige Fragestellungen können als Zusatzmodul in eine unternehmensweite Mitarbeiterbefragung eingebettet oder als eigenständiges Projekt erhoben werden. Letzteres Vorgehen bietet mehr Detailschärfe, wir können hier noch mehr Aspekte in die Befragung aufnehmen. Darunter mehr Zufriedenheitswerte oder weitere Facetten des eigenen Engagements.

Wir analysieren die eingesammelten Daten anschließend in Bezug auf unterschiedliche Netzwerkparameter und arbeiten anhand der visuellen Darstellungen des Netzwerks in Ihrer Organisation unsere Schlüssel-Erkenntnisse für Sie heraus. Damit ist sichergestellt, dass Interpretationen und Auffälligkeiten anschaulich aufbereitet sind und wir Ihnen sinnvolle nächste Schritte als Handlungsempfehlung vorschlagen können.

Mit Workshops und Coachings unterstützen wir Sie gerne dabei, dass angestrebte Veränderungsprozesse nicht versanden, sondern zum gesteckten Ziel führen.